Schwammflur Selbitz

Schwammflur
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EInladung zur Bürgerwerkstatt am Dienstag, den 23. April 2024 von 18-21 Uhr

 

Stadt Selbitz: Pressegespräch am 7. März 2023

Pressemitteilung zu Modellvorhaben „Schwammflur Selbitz“

Stadt Selbitz ist Partnerkommune im Projekt „Innovative kommunale Landschaftsplanung“ des bayerischen Umweltministeriums.

Die Stadt Selbitz macht sich fit für den Klimawandel. „Entwicklung durch Design, nicht durch Desaster“, so könnte man die Überzeugung von Stefan Busch, 1. Bürgermeisters der Stadt Selbitz und Klaus Schaumberg, städtischer Umweltreferent, auf den Punkt bringen. Selbitz soll sich aktiv auf die größer werdenden Herausforderungen des Klimawandels vorbereiten.

Der 13. Juli 2021 ist wohl den Selbitzern ins Gedächtnis gebrannt. Ein historisches, extremes Starkregenereignis führte damals innerhalb weniger Stunden zu Sachschäden im zweistelligen Millionenbereich. Personen kamen damals glücklicherweise nicht zu Schaden.

Um zukünftig vor solchen heftigen Niederschlagsereignissen wie aber auch vor extremer Trockenheit wie im folgenden Jahr 2022 besser gewappnet zu sein, hat der Stadtrat das Landschaftsarchitekturbüro Klebe aus Nürnberg für die Erarbeitung eines kommunalen Landschaftsplanes beauftragt.

In diesem Zusammenhang beteiligt sich die Stadt Selbitz als eine von sieben bayerischen Partnerkommunen an dem vom bayerischen Umweltministerium initiierten Vorhaben „Landschaftsplanung in Bayern – kommunal und innovativ“. Es geht darum, die aktuellen Herausforderungen wie Klimawandel, Flächen- und Ressourcenschutz, Energiewende, Biodiversität und Land- und Forstwirtschaft auf kommunaler Ebene nachhaltig zu meistern. Die Ergebnisse aus dieser Fachplanung werden anschließend in den Flächennutzungsplan integriert und behördenverbindlich gesichert.

Die Stadt Selbitz hat sich innerhalb dieses Modellprojektes auf das Thema „Schwammflur“ fokussiert. Die Bezeichnung ist vom dem bereits etablierten Begriff Schwammstadt abgeleitet. Gemeint ist eine Umkehrung der bisher weitgehend praktizierten Zielsetzung, möglichst schnell das Oberflächenwasser aus der Flur heraus in die Vorfluter zu leiten und abzuführen. Wie ein Schwamm soll nun die Landschaft so gestaltet und entwickelt werden: Niederschläge sollen möglichst lange in der Fläche zurückgehalten werden können. Dies beginnt bei dezentralen Wasserrückhaltemaßnahmen auf den Flächen und in den Böden der oberen Einzugsgebiete und an den kleinen Fließgewässern, umfasst die Minderung der Schadenspotenziale in den Überschwemmungsgebieten sowie die Rückgewinnung von Retentionsräumen und natürlichen Überschwemmungsgebieten.

Der Themenschwerpunkt „Schwammflur“ wird in einem eigenen, den Landschaftsplan ergänzenden Beitrag mit fachlicher und finanzieller Unterstützung des bayerischen Landesamtes für Umwelt und der bayerischen Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege bearbeitet. Federführend ist hier Diplom Agraringenieur Felix Schmitt vom Planungsbüro H&S aus Freising. Abgerundet wird der planerische Dreiklang durch ein Sturzflutrisikomanagement, welches mit finanzieller Unterstützung des Wasserwirtschaftsamtes Hof von dem Fachbüro Specter aus Herzogenaurach parallel erarbeitet wird.

Für einen erfolgversprechenden, zweijährigen Prozess dieser drei ineinandergreifenden Planungsstränge ist eine umfassende, passgenaue und frühzeitige Einbindung der Akteure aus den Bereichen Kommunalverwaltung, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Grundeigentümer und Zivilgesellschaft entscheidend. Lokales Erfahrungswissen von Bürgerinnen und Bürgern soll genauso wie die Fachkompetenzen relevanter Behörden und Verbände Berücksichtigung finden.

Erst vergangene Woche hat sich eine projektbegleitende, sechzehnköpfige Arbeitsgruppe konstituiert, die als Bindeglied zwischen Fachplanern, lokalen Akteuren und Stadtverwaltung agiert, Öffentlichkeit herstellt und dem Stadtrat als beschließendes Gremium zuarbeitet. Martin Wirth, ehemaliger Spiritual der Communität Christusbruderschaft in Selbitz, übernimmt die ehrenamtliche Moderation der Arbeitsgruppe. Für eine professionelle kommunikative Betreuung sorgt Landschaftsarchitektin Prof. Sonja Höster vom Institut für Partizipative Begleitung IPG aus Oldenburg.

Die ersten öffentlichen Termine sind konkret in Vorbereitung:

Eine Auftaktveranstaltung mit ausführlichen Informationen über Landschaftsplanung mit Schwammflur ist für den 26. April 2023 um 18.30 Uhr in der Aula der Grundschule Selbitz geplant.

Darüber hinaus bietet Felix Schmitt drei halbtägige Flurbegehungen in den Einzugsgebieten Rothenbach, Föhrigbach, südliche Selbitz an. Details dazu werden noch im amtlichen Mitteilungsblatt veröffentlicht.

Auf ein vertieftes Interesse und eine breite Beteiligung der Selbitzer Bürgerschaft an diesem zukunftsgerichteten und modellhaften Projekt hoffen.

 

1.Bürgermeister
Stefan Busch

 

Umweltreferent
Klaus Schaumberg

PAG-Moderator
Martin Wirth

 

Zeitungsbericht der Frankenpost vom 09. März 2023

 

 

Schwammflur
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