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Geschichte von Selbitz

Man fand die erste urkundliche Erwähnung der Ansiedlung Selbitz im Jahr 1374. Die kleine Ansiedlung, zu der neben den Gehöften auch eine Kirche, ein Pfarr- und Schulhaus gehörten, wurde durch von Kroaten gelegtes Feuer im Jahr 1632 weitgehendst zerstört. Jedoch schon im Jahr 1640 konnte die neu aufgebaute Kirche eingeweiht werden.

 

Nur wenige Jahre später wurde das „Rittergut Selbitz“ unter mehreren Herren geteilt. Die wahrscheinlich erste Selbitzbrücke ließ Graf Reuss Heinrich XIX. in den Jahren 1774 bis 1777 bauen. Schon ein Jahr später verkaufte dieser seinen halben Anteil an den Markgrafen Carl Alexander zu Brandenburg.

 

Dieser erstand auch die zweite Hälfte des Rittergutes von dem General Johann Philipp von Reitzenstein. So konnte dieser am 16. 5. 1783 dem Ort das Marktrecht verleihen. Das traditionelle weit über die Grenzen von Selbitz hinaus bekannte Wiesenfest wurde bereits im Jahr 1834 von Pfarrer Barnickel eingeführt, und wird auch noch heute mit Begeisterung immer in der zweiten Juli-Hälfte von Jung und Alt gefeiert wird. Erwähnenswert in der Geschichte des Ortes ist auch die Eröffnung der ersten Poststelle im Jahr 1854, die die regionale Bedeutung des Marktes hervor hob.

 

So folgte auch der Anschluss an das Telegrafennetz und der Meilenstein im Jahr 1887, die Eröffnung der Bahnlinie Hof–Selbitz–Bad Steben, die bis heute Bestand hat. Die gute wirtschaftliche Entwicklung und Geschäftigkeit führte zur Gründung einer Gemeindesparkasse im Jahr 1904. Ein neues Schulhaus wurde in der Zeit von 1911 bis 1913 gleich hinter dem Rathaus errichtet. Die Toleranz des Marktes gegenüber Andersgläubigen dokumentiert der Bau einer Methodistenkirche im Jahr 1931. Dem folgte dann im Jahr 1951/1952 der Neubau einer katholischen Kirche.

 

In Zeiten, in denen die meisten Städte und Gemeinden noch mit der Gemeindeglocke ihre Mitteilungen ausrufen ließen, wurde 1950 in Selbitz schon ein Bürgerblatt herausgegeben. Von großer Bedeutung war und ist noch heute die Errichtung eines Ordenshauses auf dem Wildenberg durch die Christusbruderschaft Selbitz in den Jahren 1954 bis 1956. Der Bayerische Innenminister Dr. Wilhelm Hoegner überreichte am 26.10.1954 dem Markt Selbitz die Urkunde zur Stadterhebung.

 

In den folgenden Jahren wurden zahlreiche neue Ortsverbindungsstraßen zu den Nachbargemeinden ausgebaut. Der Ausbau des Wildenbergs durch die Christusbruderschaft Selbitz erfolgte durch den Neubau eines Gästehauses in den Jahren 1967/1968. Im Anschluss wurde ein neues Alten- und Pflegeheim im Jahr 1971 auf dem Wildenberg eröffnet. Den ersten neuen Kindergarten in der Stadt ließ die Evangelische Kirchengemeinde in den Jahren 1968/1969 errichten.

 

Die große Kinderzahl der Nachkriegszeit veranlasste die Stadt eine neue Hauptschule zu bauen. Diese wurde in der Zeit von 1969 bis 1971 errichtet. Die große Bayerische Gebietsreform brachte auch für Selbitz eine umfangreiche Erweiterung seines Stadtgebietes. So erfolgte im Jahr 1971 die Eingemeindung der Ortschaften Dörnthal, Hüttung, Kohlbühl, Neuhaus, Rodesgrün, Rothenbürg, Sellanger und Wachholderbusch. Im Jahr 1977 folgte noch die Eingemeindung von Stegenwaldhaus und 1978 von Weidesgrün.

 

Der Neubau einer Turnhalle an der Hauptschule 1978/1979 war sicher ein positiver Effekt der Gebietsreform. Im Jahr 1978 wurde die Darstellung des Bockpfeifers in das Wappen der Stadt aufgenommen und ein neuer Brunnen mit einem Bockpfeifer am Rathaus errichtet. Eine Schulsportanlage, die in den Jahren 1987 bis 1989 gebaut werden konnte, ergänzte den idealen Schulstandort Selbitz.

 

Die Neubaugebiete links der Feldstraße brachten den Bedarf eines zweiten Kindergartens, dieser entstand 1992 bis 1993 in der Walter-Hümmer-Straße. Für mehr Lebensqualität und Verkehrsberuhigung innerorts sorgt die neue Ortsumgehung Selbitz, die B 173, die in der Zeit 1998 bis 2000 gebaut werden konnte. Der Förderung des Fremdenverkehrs und gesunder Freizeitgestaltung dient der Selbitztalradweg, der im Jahr 2002 seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Aktuell wird durch die Umgestaltung des Angers die Attraktivität der Neuen Ortsmitte in Selbitz weiter gesteigert.