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Wiesenfestnachlese Rede des Ersten Bürgermeisters Stefan Busch am Wiesenfestmontag

Selbitz , den 31.07.2019

Liebe Schülerinnen, liebe Schüler, Lehrkräfte und Eltern, liebe Selbitzerinnen und Selbitzer, liebe Gäste,

ich darf Sie, ich darf Euch zum Einzug herzlich begrüßen. Ein Willkommen den Vertretern der Kirchen, Gerhard Stintzing und Herbert Punzelt. Ganz besonders möchte ich den Posaunenchor der Ev.- Lutherischen Kirche Selbitz begrüßen, die wie in jedem Jahr unsere kleine Einzugsfeier unter der Leitung von Karl-Heinz Färber musikalisch begleiten werden.

Liebe Kinder, Mitbürgerinnen und Mitbürger,

mit derselben Unaufhaltsamkeit, mit der sich in jedem Jahr, wenn es Sommer wird, das Schuljahr seinem Ende zuneigt und die Verteilung der Jahreszeugnisse bevorsteht, ist es dann auch Zeit für unser traditionelles Heimat- und Wiesenfest.

Die meisten Schüler haben am Schuljahresende Grund zur Freude. Sie haben es – mit vielleicht auch nicht immer übermäßig glanzvollen Noten – zumindest geschafft. Auch für die Lehrer hat sich damit wieder eine Runde im Jahreskreis geschlossen. Auch das lässt natürlich aufatmen. Und für die Eltern, welche die Schule meist sehr viel ernster nehmen als ihre Sprösslinge, ist auch wieder eine Runde im Rennen um die schulische Laufbahn ihrer Kinder gelaufen. Die „großen“ Schülerinnen und Schüler werden auf weiterführende Schulen in den Nachbarstädten ihre schulische Laufbahn weiterverfolgen. Der Grundstock wurde hier, in Selbitz, in unserer Grundschule gelegt.

Ein herzlicher Dank an die Schulleiterin Franziska Strunz und ihrem Lehrerkollegium, ihr habt diesen Grundstock für die Schulkarrieren unserer Kinder gelegt.

Nun ein paar ernste Worte: Wer heutzutage mit offenen Augen durch den Alltag geht, der findet doch inzwischen in fast allen Bereichen der modernen Gesellschaft fehlendes menschliches Miteinander. Egal ob im Straßenverkehr, im Berufsleben, oder generell im Zwischenmenschlichen, überall scheinen sich doch seit längerem Egoismus und Gedankenlosigkeit gegenüber den Mitmenschen auszubreiten. Die gesamte Gesellschaft scheint sich in diese Richtung zu verändern. Wer nur einmal beobachtet wie rücksichtslos vielerorts geparkt wird, wie Leute miteinander immer rascher in sehr ernste Konflikte hineinsteuern, statt vielleicht auch mal persönlich zurückzustecken, wer sieht wie rücksichtslos es im Berufsleben oder in der Politik heutzutage vielfach zugeht, was da inzwischen teilweise für ein ‚Hauen und Stechen‘ herrscht, wer erleben musste wie in Schulen unter Kindern und Jugendlichen heutzutage regelrecht gemobbt, oder im Leben insgesamt scheinbar immer schneller und aggressiver gegeneinander geklagt wird, den wundern die konkreten Beobachtungen nicht. Der ‚Werteverfall‘ ist augenfällig, fast überall. Rücksichtnahme und die Interessen der Mitmenschen kommen häufig zu kurz. Da es sich jedoch ganz offensichtlich um ein gesamtgesellschaftliches Phänomen handelt, kann man wohl weder in absehbarer Zeit Abhilfe noch eine Linderung des ‚Problems‘ erwarten. Gerade uns Erwachsenen fehlt anscheinend das Gespür für ein menschliches Miteinander. Toleranz und Solidarität im Umgang miteinander. Ob in der Familie, in der Schule oder im Berufsleben, in der Nachbarschaft, in der großen Politik oder auch im Gemeinderat, können Herausforderungen nur gemeinsam gelöst werden. Eigene Interessen durchzusetzen ist immer weniger erfolgversprechend. Gerade im Gemeinwesen zählt „Suchet der Stadt Bestes“! Ich denke, dieser Satz leuchtet jedem von uns ein, irgendwie ist er ja auch eine Binsenweisheit. Geht es der Stadt gut, geht es uns allen gut. Geht es den Eltern gut, dann geht’s auch den Kindern gut. Wir alle kennen das aus unserem alltäglichen Leben. Man braucht jemanden nur ein bisschen anzulächeln, oder mal ein freundliches Wort, eine höfliche Geste, und schon bricht das Eis. Vereinfacht: „Jeder einzelne sollte sich nicht zu wichtig nehmen!“ Hier können wir Erwachsenen von unseren Kindern lernen! Nun genug der ernsten Worte. Heute möchte ich auch die Gelegenheit nutzen, um unseren Gewerbesteuer-zahlern ausdrücklich zu Danken. Ermöglichen Sie doch durch ihre Abgaben viele, für uns selbstverständliche Annehmlichkeiten. Darüber hinaus, können wir durch das zusätzliche finanzielles Engagement unserer Gewerbetreibenden, den für viele Selbitzer nicht mehr wegzudenkenden Bürgerbus unterhalten und in drei Wochen auf dem Anger den zweiten Selbitzer Kinosommer durchführen. Herzlichen Dank an alle, die durch Werbeschaltungen und Werbeanzeigen dieses ermöglichen. Ich darf mich bei allen ehrenamtlich Tätigen für Ihren wertvollen und wichtigen Einsatz in unserer Stadt bedanken. Die Jugend braucht Vorbilder. Vor allem braucht es Vorbilder im menschlichen Umgang miteinander. Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie.

 

Ich wünsche Euch Kindern und Euch Lehrern schöne erholsame Ferien, und uns allen, den vielen Gästen aus nah und fern, heute und morgen, noch fröhliche Stunden auf unserem 173. Selbitzer Heimat- und Wiesenfest.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Wiesenfestnachlese Rede des Ersten Bürgermeisters Stefan Busch am Wiesenfestmontag