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Wiesenfestnachlese - Rede von Pastoralreferent Herbert Punzelt am Wiesenfestmontag

Selbitz , den 09.08.2017

Werte Anwesende, liebe Kinder!

 

Ein beliebter Satz bei Kindern und Jugendlichen  - aber nicht nur bei diesen ist:

„Der war´s! 

  • Fingerzeig

Ich war das nicht. Da habe ich nicht mitgemacht!

Schuld haben meist immer nur die anderen. Das sind die schlimmen. Das sind die Bösen.      

 

  •  Ich doch nicht!    

 

Natürlich hat jeder von uns Fehler und jeder macht auch Fehler.

 

  • Aber die größten und meisten Fehler, die größten und meisten Lügen, die meisten Dummheiten – das alles kommt immer nur von den anderen.

 

Soll ich mal vorlesen, was ein richtig guter Mensch dazu gesagt hat:

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken im eigenen Auge beachtest du nicht?

Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge ziehen – während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst?

Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders heraus zu ziehen.“

Lk 6,41-42

Der Mann (Wer?) sagt was ganz anderes, als wie wir uns oft verhalten.

 

Den ausgestreckten Arm        

  • der da! Diesen Arm winkelt er an, sodass der Finger auf uns zeigt.

 

D.h. schau zuerst einmal auf dich.

Schau, was du für ein Brett vor dem Kopf hast.

Du machst genau so viel Unrecht und Falsches wie die anderen.

Bessere du dich erst einmal gründlich, bevor du über einen anderen richtest und urteilst.

Immer siehst du gerne kleine Schwächen anderer Menschen und machst daraus einen Elefanten.

Lass das! Kümmere dich um dich. Damit hast du genug zu tun!

Wie verhängnisvoll so eine einseitige, geringschätzige Sicht auf einen anderen den eigenen Blick trüben kann, zeigt eine ganz kleine Geschichte:

 

Der Axtdieb

Ein Mann hatte seine Axt verloren und vermutete, dass der Sohn des Nachbarn sie ihm gestohlen habe. Er beobachtete ihn daher genau: sein Gang, sein Blick war ganz der eines Axtdiebes. Alles, was er tat, sah nach einem Axtdieb aus.

Einige Zeit später fand der Mann zufällig die Axt unter einem Bretterhaufen. Am nächsten Tag sah er den Sohn des Nachbarn: sein Gang war nicht der eines Axtdiebes, auch sein Blick war nicht der eines Axtdiebes.

                                                                                Naila, 24.07.2017                                                                                                          Herbert Punzelt